Abprallverhalten bedenklich

Negative Beispiele aus Jagd- und Polizei-Praxis

Monitoring- Programm wird erweitert



Unbedingten Forschungsbedarf sieht die Deutsche Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd und Sportwaffen (DEVA) hinsichtlich des Abprallverhaltens von bleifreien Büchsengeschossen aus Kupfer oder Kupferlegierungen, die als Alternative für bleihaltige Jagd-Munition teilweise schon im Einsatz sind. Das Sicherheitsrisiko für den Schützen und seine Umgebung - insbesondere bei Bewegungsjagden
- müsse geklärt werden, wie aktuelle Vorkommnisse belegen.

Laut DEVA haben sich Bedenken gegenüber diesen so genannten Solid-Geschossen vor wenigen Wochen im polizeilichen Bereich bestätigt, wo derartige Geschosse eingesetzt werden. Demnach sind bei einer Schießübung Projektile vom Geschossfang rückgeprallt und haben die 25 Meter entfernte Tür des Schützenstandes glatt durchschlagen - knapp neben dem Schützen. Ein Landeskriminalamt untersucht derzeit mehrere derartige Fälle.

Bei einem Jagdunfall im Fränkischen wurde ein Jagdteilnehmer durch ein Solid-Geschoss tödlich in die Brust getroffen, das im rechten Winkel zum Opfer abgefeuert wurde und an mehreren Baumstämmen abprallte.
Nach Auffassung des polizeilichen Sachverständigen wäre dies bei Bleigeschossen nicht denkbar gewesen, da diese beim Abprallen von Hindernissen schnell an Masse und Geschwindigkeit verlieren.

Die DEVA regt jetzt ein Forschungsprogramm an mit Munitionsherstellern, Landwirtschaftlicher Berufsgenossenschaft, Deutschem Jagdschutz- Verband, und weiteren Interessierten an, um den Sicherheitsaspekt dieser Geschosse zu klären. Das Monitoring-Programm der Landesforsten Brandenburg sollte nach Auffassung der DEVA unter erhöhten Sicherheitsauflagen durchaus fortgeführt werden, um die Tötungseffizienz dieser Geschosse weiter abzuklären.

Damit haben sich die Bedenken des DJV hinsichtlich Sicherheit und Abprallverhalten von bleifreien Büchsengeschossen leider verstärkt. Der DJV begrüßt deshalb das DEVA-Forschungsvorhaben.

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