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Wenn der Hund zum Wolf wird

Wenn der Hund zum Wolf wird

Junge Rehkitze und Hasen sind häufig Opfer wildernder Haushunde

"Gerissenes Kitz stirbt qualvoll", "Wildernder Hunde hetzt Reh auf Straße": Schlagzeilen wie diese häufen sich derzeit in der Lokalpresse. Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) bittet daher alle Hundehalter, mit ihren Vierbeinern auf den vorgesehenen Wegen zu bleiben. Denn zurzeit haben viele Wildtiere Nachwuchs. Dieser ist meist wehrlos und kann nicht schnell genug flüchten, wenn wildernde Haushunde die Spur aufnehmen. Vor allem frisch gesetzte Rehkitze und Hasenjungen werden leicht zu Opfern.

Grundsätzlich sollten die Vierbeiner nur dann von der Leine gelassen werden, wenn sie ohne Ausnahme parieren. "Auch der kleinste Hund hat noch Wolfsinstinkte, das darf man nicht vergessen", betonte DJV-Präsident Jochen Borchert. Deshalb sei eine konsequente Ausbildung in Gehorsam unerlässlich. Viele der heutigen Familienhunde gehen auf alte Jagdhunderassen wie Terrier und Retriever zurück. "Nicht verwunderlich ist deshalb, dass Witterung oder Anblick flüchtender Wildtiere den Jagdinstinkt erwachen lassen", sagte Borchert.

Besonders hoch ist das Risiko für den Wildtiernachwuchs in den Sommermonaten: Kurz vor den großen Ferien werden in Deutschland alljährlich etwa 500.000 Haustiere ausgesetzt, größtenteils Hunde und Katzen. In ihrer Not machen die verstoßenen Minkas und Bellos dann Jagd auf Jungtiere und bedrohte Bodenbrüter wie Kiebitz, Rebhuhn oder Feldlerche.

Die Leinenpflicht ist je nach Bundesland, Regierungsbezirk oder Kommune unterschiedlich geregelt. Diese gilt beispielsweise in vielen Naturschutzgebieten. Auskünfte über die Regelungen vor Ort erteilt das zuständige Rathaus.

DJV Bonn