RahmenplanLJV B

Landesjagdverband Brandenburg e.V.

Rahmenplan Jungjägerausbildung





In der veränderten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die von einer zunehmenden Entfremdung des Menschen von der Natur geprägt ist, hat die Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung einen anderen Stellenwert als noch vor 30 Jahren. Jägerisches Tun muß stets neu gerechtfertigt und dem naturfernen Menschen verständlich gemacht werden. Wir haben als Jäger diese Verpflichtung der nichtjagenden Gesellschaft gegenüber, wenn dies auch verschiedentlich in unseren Reihen angezweifelt wird. Die Erklärung des Weidwerks und damit das Schaffen von Verständnis und Akzeptanz in der Öffentlichkeit gelingt nur, wenn dem jägerischen Nachwuchs neben den traditionellen Werten des Weidwerks auch jeweils aktuelle Aspekte der Ökologie, der Wildbiologie, des Naturschutzes im weitesten Sinne und des Tierschutzes in seiner Ausbildung vermittelt werden. Auch der jeweils sich ändernde, und meist komplizierter werdende rechtliche Hintergrund der Jagd mit einer Fülle von relevanten Gesetzen und Verordnungen, die zunehmend auch aus der Europäischen Gemeinschaft die nationale Gesetzgebung beeinflussen, muß dem Jäger vertraut sein. All diese Aufgaben lassen sich nur bewerkstelligen, wenn einerseits ein konkreter Rahmen für die Ausbildung vorgegeben ist, der dann selbstverständlich in allen Lehrgängen der Kreisjagdverbände einheitlich sein sollte, und wenn entsprechend kompetente und didaktisch befähigte Ausbilder vor Ort in den Lehrgängen wirken.

Der Landesjagdverband Brandenburg ist entsprechend aktiv geworden und bietet hier einen Rahmenplan mit einem Lehr- und Ausbildungskanon für die Jungjägerausbildung an, der eine einheitliche, theoretisch und praktisch an den Erfordernissen der Zeit orientierte Ausbildung des jägerischen Nachwuchses in unserem Bundesland gewährleistet. Der vorgeschlagene Mindeststundenumfang geht über die in der Jägerprüfungsordnung vom 26.09.2000 genannte Stundenanzahl hinaus und trägt damit den gewachsenen Anforderungen an die Absolventen der Jägerprüfung Rechnung. Der LJVB wird darauf hinwirken, diesen geringfügig erweiterten Stundenrahmen in einer neuen JPO verbindlich festzulegen.

Der vorgelegte Rahmenplan soll im Sinne einer Selbstverpflichtung für alle Jungjägerlehrgänge als Rahmen für Mindestanforderungen und Mindeststundenzahl verbindlich gemacht werden. Neben der jagdpraktischen Ausbildung im Rahmen des Lehrprinzen-Systems sollten während der theoretischen Ausbildung nach Möglichkeit auch Exkursionen in Lehrreviere und Beispielgebiete durchgeführt werden.







Der vorliegende Rahmenplan wurde in Grundzügen erarbeitet von RJM Erhard Schlicker, Birkholz, im Juli 2004 redaktionell überarbeitet von Prof. Dr. H.-D. Pfannenstiel, Stahnsdorf und am 07.08.2004 in der Landesjagdschule mit den anwesenden Ausbildungsleitern der Kreisjagdverbände/Jagdverbände sowie am 04.09.2004 mit dem erweiterten Präsidium des LJVB abgestimmt und 2007 aktualisiert



8. Rahmenplan Jungjägerausbildung

Die theoretische und praktische Ausbildung umfasst als Mindestanforderung154 Lehrstunden. Folgende Themenbereiche werden entsprechend Prüfungsordnung ausgewiesen:



· Wildkunde (46 Stunden)

Vertiefte Kenntnisse der Wildarten und ihrer Biologie unter Berücksichtigung von in ihrem Bestand gefährdeten Arten, Ansprechen des Wildes nach Geschlecht und Alter, Grundkenntnisse der wichtigsten anderen heimischen Tierarten, Wildbiologie, ökologische Grundtatsachen als Zusammenwirken von Tieren und Pflanzen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt;

· Natur- und Umweltschutz, Biotopgestaltung Wildschadensverhütung, Grundzüge des Land- und Waldbaus (18 Stunden)

Natur- und Landschaftsrecht, ökologische Grundlagen, Arten-, Natur- und Umweltschutz, Biotopgestaltung, Gründzüge des Land- und Waldbaus;
· Waffen, Schießen (20 Stunden Theorie, 30 Stunden praktische Schießausbildung )

Waffentechnik, Ballistik, Beschusswesen, Führung, Handhabung, Gebrauch und Pflege von Jagd- und Kurzwaffen, Erlangung der Schießfertigkeit;
· Jagdbetrieb (18 Stunden)

Verhalten im praktischen Jagdbetrieb, Jagdarten, jagdliche Einrichtungen, Fanggeräte, tierschutz- und artgerechte Haltung, Führung und Einsatz von Jagdgebrauchshunden, Sicherheitsbestimmungen für den Jagdbetrieb, Bewirtschaftung von Niederwild und Hochwild;
· Wildkrankheiten, Wildbrethygiene (8 Stunden)

Seuchen und Wildkrankheiten, Behandlung von erlegtem Wild, hygienisch erforderliche Maßnahmen und Beurteilung des Lebensmittels Wildbret;
· Recht (14 Stunden)

Jagdliche Gesetzgebung, Grundsätze und Einzelbestimmungen des Jagd- und Waffenrechts, Tierschutz, Verordnung(en) zur Wildbrethygiene),

Die oben aufgeführten Themenbereiche der Ausbildung werden im folgenden Abschnitt inhaltlich konkretisiert und in ihrem zeitlichen Umfang festgelegt.


Wildkunde (46 Stunden)

Die Wildarten sind hier nach der zoologischen Systematik aufgeführt. Im Lehrbetrieb sollten die in Brandenburg vorkommenden Wildarten an erster Stelle behandelt werden.

Für alle Schalenwildarten werden folgende Lernziele definiert:

Vertiefte Kenntnisse der Biologie der jeweiligen Wildart, Kenntnis des Lebensraums und der Ansprüche des Wildes an diesen, Kenntnis der Grundsätze der Bejagung, Kenntnis der Jagzeiten und ihrer biologischen Begründung, Erkrankungen erkennen und notwendige Maßnahmen benennen, anhand körperlicher Merkmale und des Verhaltens eine Altersansprache am lebenden und danach am erlegtem Stück vorzunehmen, Folgen von Lebensraumveränderungen für das Wild und den Jagdbetrieb darstellen.

Für alle Schalenwildarten werden folgende konkrete Inhalte definiert:

Allgemeines, zoologische Einteilung des Haarwildes, allgemeine Merkmale der Paarhufer, Systematik der Cerviden, Boviden und Nonruminantia; Biologie, Anatomie, Morphologie, Berücksichtigung artspezifischer Besonderheiten, Geweih- und Hornentwicklung, Möglichkeiten der Altersbestimmung sowohl am lebenden als auch am erlegtem Stück, Ernährung der Wiederkäuer, Ernährungstypen (Konzentratselektierer, Mischäser, Gras- und Rauhfutteräser), Ernährung der Nonruminantia (Schwarzwild), Verhalten, Brunft, Blattzeit, Rauschzeit, Fortpflanzung, Verbreitung, evtl. Einbürgerung, Habitat, Populationsstruktur im Jahresverlauf, Methoden der Bestandesschätzung, Abschussgrundsätze, Aufstellung eines Abschussplans nach gültiger Hegerichtlinie (Gemeinsame Richtlinie für die Hege und Bejagung des Schalenwildes der Länder Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern, 2001), Bewirtschaftung und Hege, Weidmannssprache;





Paarhufer (Artiodactyla) „Schalenwild“

Wiederkäuer (Ruminantia)

Cervidae (Hirschartige)



Rotwild (Cervus elaphus) 4 Stunden

Damwild (Cervus dama) 4 Stunden

Rehwild (Capreolus capreolus) 4 Stunden

Sikawild (Cervus nippon) 1 Stunde

Elchwild (Alces alces) 1 Stunde



Bovidae (Hornträger)



Muffelwild (Ovis ammon musimon) 3 Stunden

Wisent (Bison bonasus) 1 Stunde

Gamswild (Rupicapra rupicapra) 1 Stunde

Steinwild (Capra ibex) 1 Stunde





Nichtwiederkäuer (Nonruminantia)

Suidae (Schweine)



Schwarzwild (Sus scrofa) 4 Stunden



Raubwild (Carnivora) 6 Stunden

Marderhund (Nyctereutes procyonides)

Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Wolf (Canis lupus)

Wildkatze (Felis silvestris)

Luchs (Lynx lynx)

Braunbär (Ursus arctos)

Waschbär (Procyon lotor)

Fischotter (Lutra lutra)


Dachs (Meles meles)

Steinmarder (Martes foina)

Baummarder (Martes martes)

Mink (Mustela vison)

Europäischer Nerz (Mustela nutreola)

Iltis (Mustela putorius)

Hermelin (Mustela erminea)

Mauswiesel (Mustela nivalis)



Lernziele:

Kenntnisse der Biologie der jeweiligen Wildart, Kenntnis der jagdrechtlichen Situation, Kenntnis des Lebensraums und der Ansprüche der Arten an diesen, Wissen um Schutzmaßnahmen für bedrohte Arten, Kenntnis der Grundsätze der Bejagung, Kenntnis der Jagzeiten und ihrer biologischen Begründung, Folgen von Lebensraumveränderungen für das Wild und den Jagdbetrieb darstellen, Kenntnis der ökologischen Beziehungen von Räuber und Beute;

konkrete Inhalte:

Allgemeine Merkmale, zoologische Einteilung, Systematik, Morphologie, Vorkommen, Lebensraum, Verhalten, natürliche Feinde, Fraß und Fraßspuren, Tritt und Spur, Fortpflanzung, Roll- und Ranzzeit, Duftmarkierungen, Gebiss, Bejagung, Schutzmaßnahmen für geschützte Arten, Weidmannssprache.



Nagetiere (Rodentia) 1 Stunde

Alpenmurmeltier (Marmota marmota)

Eurasischer Biber (Castor fiber)


Sumpfbiber,

Nutria (Myocastor coypus)

Bisamratte (Ondatra zibethicus)

Lernziele:

einige Grundkenntnisse der Biologie und des Habitats der Arten;
konkrete Inhalte:

Ernährung und Gebiss von Nagern, Winterschlaf beim Murmeltier; morphologische Besonderheiten (z. B. Schwimmhäute, nackter Schwanz), Wiederansiedlung;
Niederwild und nicht jagdbare Arten 10 Stunden

Feldhase (Lepus europaeus)

Schneehase (Lepus timidus)

Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)

Hühnervögel

Rauhfußhühner

Tauben

· Gänsevögel
· Enten

Schreitvögel

Kranichartige

Lappentaucher

Schnepfen



Lernziele:

Kenntnis der Biologie, der Lebensräume, der Ansprüche der Arten an ihren Lebensraum, Kenntnis der Grundsätze der Bejagung, Kenntnis der Jagzeiten (so bejagdbar) und ihrer biologischen Begründung, Wissen über die Folgen von Lebensraumveränderungen für die Arten und den Jagdbetrieb, Kenntnis der ökologischen Beziehungen von Räuber und Beute;

konkrete Inhalte:

Allgemeine Merkmale der Arten, zoologische Systematik, Vorkommen, Habitat, Verhalten, natürliche Feinde, Ernährung, Paarungsverhalten, Fortpflanzung, Losung, Gestüber, Geschmeiß, Haut- und Federkleid, Brutverhalten, Nestbau, Nesthocker, Nestflüchter, Platzhocker, Vogelzug, Weidmannssprache;



Heimische Greife, Eulen, Rabenvögel, Rackenvögel 3 Stunden
Lernziele:

Kenntnis der heimischen Greife, Eulen, Rabenvögel und Rackenvögel, die dem Jagdrecht unterliegen, Erkennen der Greife am Flugbild, Kenntnis der Lebensräume, der Beziehungen zum Lebensraum der Arten, Wissen um Grundsätze und Maßnahmen ihres Schutzes, Wissen über Folgen von Lebensraumveränderungen für die Arten, Kenntnis der ökologischen Beziehungen von Räuber und Beute;

konkrete Inhalte:

Biologie und Merkmale, zoologische Systematik, Vorkommen, Verhalten, Lebensweise, Habitat, und Ernährung, Flugbilder und Beschreibung der Unterschiede, Fortpflanzung, Haut- und Federkleid, Gewölle, Geschmeiß, Brutverhalten, Nestbau, Vogelzug, Schutzmaßnahmen, Weidmannssprache.



Wildernährung 2 Stunden

Lernziele:

Kenntnis grundlegender Aspekte der Wildernährung, Grundkenntnisse der Äsungsaufnahme, der Verdauung, des Stoffwechsel und der Stoffwechselintensität im Jahreslauf;

konkrete Inhalte:

Bau und Funktion des Verdauungstraktes, Grundlagen der Ernährung des Haar- und Federwildes, Äsungstypen bei Wiederkäuern, Verdauung und einige Grundtatsachen des Stoffwechsels von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen, Energiehaushalt und Anlage von Fettreserven;



Natur- und Umweltschutz, Biotopgestaltung, Wildschadensverhütung, Grundzüge des Land- und Waldbaus (18 Stunden)

Grundzüge des Naturschutzes und des Naturschutzrechts 4 Stunden

Lernziele:

Definition von Naturschutz im weitesten Sinne, Kenntnis aller einschlägigen gesetzlichen oder sonstigen Vorschriften des Naturschutzes

Konkrete Inhalte:

Schutz und Pflegewildlebender Tier- und Pflanzenarten, Aufgaben des Artenschutzes, Organisation des Naturschutzes, Naturschutzbehörden, Überwachungsdienste, Eingriffe in die Natur- und Landschaft, die wichtigsten internationalen Abkommen ( z. B. Washingtoner Artenschutzabkommen, Konvention von Rio ) EG- Vogelrichtlinie, FFH- Richtlinie, Bundesnaturschutzgesetz, Bundesjagdgesetz, Bundesartenschutzverordnung, Begriffsbestimmungen, allgemeine Vorschriften, Biotopschutz, allgemeiner Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen, Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten, Erholung in Natur und Landschaft, Betretungsrecht; Ausnahme von einzelnen Verboten, Besitz- und Vermarktungsverbote, Umgang mit Teilen von Erzeugnissen, Verbotene Handlungen, Verfahren und Geräte, Strafbestimmungen;



Naturschutzgesetz, Grundzüge des Landschaftsrechts 2 Stunden

Lernziele:
Kenntnis der Grundsätze des Naturschutzes und allgemeine Bestimmungen des Landschaftsschutzes

Konkrete Inhalte:

Naturschutzgesetz, allgemeine Bestimmungen, Sicherung , Pflege und Gestaltung der Landschaft, Stilllegungsflächen und Naturschutz, Schutz der Natur und Landschaft, Naturschutzgebiete, Definition, ökologische Grundlagen: Nahrungskette, Räuber- Beute- Beziehung, Symbiose, Parasitismus, potentielle natürliche Vegetation, Landschaftsschutzgebiete, Landschaftspflege, Naturdenkmale, besonders geschützte Biotope, geschützte Grünbestände, Schutz von Pflanzen und Tierarten, Erholung in der Natur und Landschaft, Biotopgestaltung und Aufgaben der Jagd, Naturschutzbehörden, Strafbestimmungen


Grundzüge des Landbaus 4 Stunden

Lernziele:

Grundkenntnisse der wichtigsten Kulturpflanzen und ihrer Anbaumethoden, Grundkenntnisse zur Bedeutung der Kulturlandschaft im Ökosystem, Kenntnis der Formen von Wildschaden durch verschiedene Tierarten hervorgerufen (jagdbare Arten, andere Arten), Kenntnis wichtiger Maßnahmen zur Wildschadensverhütung durch Jäger, Eigentümer und/oder Nutzungsberechtigte.

konkrete Inhalte:

kurze Einführung in Bau und Funktion von Sprosspflanzen; Vorstellen der wichtigsten Kulturpflanzen, ihrer Lebensraumansprüche und der Anbaumethoden, kurze Einführung in die Bodenkunde; Hauptfruchtarten und Zwischenfrucht, Grünland, Brachland, Flächenstillegung, Behandlung stillgelegter Flächen, kurze Einführung in den Pflanzenschutz und den sog. ökologischen Landbau;



Grundzüge des Waldbaus 4 Stunden

Lernziele

Kenntnisse der wichtigsten Forstpflanzen und Forstschädlinge, Kenntnis einiger Grundzüge des Waldbaus, der gesetzlichen Grundlagen zum Waldbau, Kenntnis der wichtigsten biologischen und sozialen Funktionen des Waldes; Kenntnis der Bedeutung des Waldes als Lebensraum (Biotop) für Fauna und Flora, Kenntnis bedeutsamer Wildschäden im Wald und Maßnahmen zu ihrer Verhütung, Grundkenntnisse der Wirkung abiotischer Schadenseinflüsse auf den Wald;

konkrete Inhalte:

Vorstellung der wichtigsten Baumarten mit ihren Lebensraumansprüchen im Nutzwald und im natürlichen (naturnahen) Wald, waldbauliche Grundbegriffe, Baumartenzusammensetzung im standortgerechten Wald, Wald als Lebensraum, Bedeutung von Waldrändern, Formen der Holzernte, abiotische (Klima, Luftverschmutzung, Düngereintrag) und biotische (Verbiss, Schäle, Fegeschäden, Schadinsekten), Einflüsse, Maßnahmen zur Reduzierung von Schäden, gesetzliche Grundlagen des Waldbaus,


Biotopgestaltung 2 Stunden

Lernziele:

Grundkenntnisse der Ökologie: Wechselwirkungen zwischen Tieren, Pflanzen und ihrem Lebensraum; Kenntnis der Tatsache, dass Arten-, Natur- und Umweltschutz versuchen, ein einigermaßen natürliches Ökosystem in einer Kulturlandschaft zu etablieren; Kenntnis verschiedener Maßnahmen zur Gestaltung von Biotopen (Lebensraum von Tier- und Pflanzengemeinschaften);

konkrete Inhalte:

Definition von Begriffen aus der Ökologie, die häufig (meist falsch) gebraucht werden (z. B. Habitat, Biotop, Ökosystem; Unterschied Art-Population), Darstellung der Beziehungen zwischen Lebensraum-Tier-Pflanze an konkreten Beispielen aus dem jagdlichen Bereich (z. B. Bedeutung überhöhter Schalenwildbestände für den Waldbau bzw. die Waldumwandlung in Brandenburg, Bedeutung des Klimawandels für Sauenbestände, Bedeutung hoher Schwarzwildbestände für Niederwild), Beispiele für die Gestaltung von Wildäckern, Äsungsflächen, Hecken, Windschutzstreifen etc., Auswahl von Pflanzen für verschiedene Standorte;





Wildschäden: Verfahren, Verhütung 2 Stunden

Lernziele:

Kenntnis des Verfahrens der Anmeldung und Ermittlung von Wildschäden und Jagdschäden, Kenntnis der wichtigsten Maßnahmen der Schadensverhütung;

konkrete Inhalte:

Rechtliche Grundlagen, Begriffsdefinitionen, Wildschaden, Jagdschaden, Wildschaden in Weinbergen, Gartengewächse, hochwertige Handelsgewächse, Wildschaden an Baumschulen, Umfang des Wildschadensersatzes, Geltendmachen des Schadens, Anmeldung von Wild- und Jagdschaden, Frist zur Schadensanmeldung, Inhalt der Schadensmeldung, gütliche Einigung, Aufgaben des Schätzers, Vorbescheid, Kosten, Zwangsvollstreckung, Notfrist, Art und Höhe des Schadensersatzes, gerichtliches Verfahren, Möglichkeiten der Wildschadensverhütung, übliche Schutzvorrichtungen, zeitliche und lokale Absenkung der Schalenwilddichte an gefährdeten Kulturen;
Waffen (20 Stunden), Schießen (30 Stunden)
Waffentechnik, Führen von Lang- und Kurzwaffen 8 Stunden

Lernziele:

Kenntnisse der zur Jagdausübung gebräuchlichen Waffen ( v. a. Gebrauchsdrilling, Bockbüchsflinte, Repetierer mit 98er System, Flinten) ihrer praktischen Handhabung unter spezieller Berücksichtigung der zugehörigen Sicherungssysteme, Fähigkeit Waffen in Bauteile zerlegen zu können, Beherrschung der Grundlagen der Innen-, Außen- und Zielballistik, Erkennen und evtl. Beseitigen von Fehlern der in der Treffpunktlage und der mechanischen Funktion von Waffen, Grundkenntnisse von Mehrladevorrichtungen, Visier- und Zieleinrichtungen, Kenntnis der Grundlagen der Waffenpflege, Beherrschung der zum Aufbewahren und Führen von Jagdwaffen relevanten Bestimmungen der einschlägigen Gesetze und Verordnungen, Kenntnisse der Grundlagen des Erwerbs und der Überlassung von Jagdwaffen, der Vorschriften zum Transport und Führung von Jagdwaffen zur Jagdausübung und anderen Zwecken, Kenntnisse im Zusammenhang mit dem Beschuss von Jagdwaffen,

konkrete Inhalte:

Langwaffen, allgemeine Merkmale, Schaft, Schäftung, Schaftformen, Schaftmaße, Fischhaut,

Lauf: innerer Aufbau, Patronenlager, Mündung, Schrotläufe: allgemeine Merkmale, Chokebohrung, Patronenlager, Mündung, Büchsläufe: Züge, Felder, Polygonläufe, Mündung, Verschlüsse,

Verschlusssysteme: Allgemeines, gebräuchliche Verschlüsse bei Kipplaufwaffen, gebräuchliche Verschlüsse bei Waffen mit festen Läufen, gebräuchliche Schlosssysteme für Kipplaufwaffen, Spannen der Schlosse: Selbstspannergewehre, Handspannergewehre;

Abzugsvorrichtungen: Allgemeines, Zahl der Abzüge und ihre Schlosszuordnung, Einabzug-System mit automatischer Umschaltung, Einabzugsystem mit manueller Umschaltung, Abzugswiderstand, direkt wirkende Abzüge, Direktpunktabzüge, Flintenabzüge, Rückstecher, Doppelzügel-Stecher, Stecherschraube, Vor- und Nachteile der Stecherabzüge; Sicherungen bei Kipplaufwaffen und Waffen mit stehendem Lauf;

Ladesysteme: Allgemeines, Einzellader, Mehrlader inkl. Magazine, Auszieher, Ejektor, Auswerfer, Signaleinrichtung;

allgemeine Unterscheidungsmerkmale von Büchsen: einläufige Büchsen, mehrläufige Büchsen, Büchsen mit verlötetem Lauf, Büchsen mit verstellbarem Lauf, Büchsen mit freiliegendem Lauf;

allgemeine Unterscheidungsmerkmale von Flinten: einläufige Flinten, zweiläufige Flinten,

kombinierte Waffen: kaliberverändernde Einrichtungen: Wechselläufe, Einsteckläufe, Reduzierläufe, Einsteckpatronen;

Visiereinrichtung: Zielen, offene Visierung, Kimme, Korn, Treffpunktlage, Zielfehler, Flintenvisierung, Absehen, Formen des Absehens, beleuchtetes Absehen;

Zielfernrohre: Allgemeines, Aufbau, Absehen, Absehen mit variablen Zielfernrohren, Entfernungsschätzen mit Hilfe des Absehens, Korrektur, zentriertes Absehen, Dichtigkeit, Parallaxe-Ausgleich, Zielfernrohrmontage, Vorteile des Schießens mit Zielfernrohr;




Kurzwaffen 4 Stunden

Lernziele:

Kenntnis der zur Jagdausübung gebräuchlichen Kurzwaffen, ihres Aufbaus, ihrer Funktion und ihrer praktischen Handhabung, Kenntnis der Verwendung von Kurzwaffen für den Fangschuss, Kenntnis der Munition nach Aufbau, Kaliber und Leistung;

konkrete Inhalte:

Allgemeines zu Kurzwaffen, Pistolen, Revolver, Funktionsprinzip, Zerlegen, Einzelteile, Single-Action-Revolver, Double-Action-Revolver, Revolverpatronen, Selbstladepistolen, Selbstladepistolen ohne freiliegenden Hahn, Selbstladepistolen mit freiliegendem Hahn, Laden, Spannen der Pistole, Pistolenpatronen, Pistolen- und Revolverkaliber, Fangschussmunition, Sicherheitsbestimmungen, Führen im Jagdbetrieb.


Munition, blanke Waffen, Jagdoptik 4 Stunden

Lernziele:

Kenntnis jagdlicher Munition nach Aufbau, Kaliber und Leistung sowie entsprechender Verwendung; Kenntnis der zur Jagdausübung notwendigen blanken Waffen und ihrer Verwendung, Kenntnis der Waffenpflege. Kenntnis des Baus und der Funktion von Ferngläsern und Zielfernrohren;

konkrete Inhalte:

Büchsenpatronen: Aufbau der Büchsenpatrone, Patronenhülse, Hülsenboden mit und ohne Rand, Pulver, Pulverarten, Laborierung, Zündung, Geschosse, Geschoßformen, Gebräuchliche Büchsenpatronen und Kaliber, Anglo- amerikanische Kaliberbezeichnungen, Verpackungen;

Schrotpatronen: Allgemeines, Aufbau einer Schrotpatrone, Kaliberbezeichnung, Hülsenlänge, Zwischenmittel, Schrotladung, Zündung, Entwicklung des Schrotschusses, Wirkung des Schrotschusses, Streupatronen, Flintenlaufgeschoß;

Blanke oder kalte Waffen, Arten, Messer, Klingenformen, Sicherheit klappbarer Klingen;

Waffenpflege: Allgemeines, Reinigung der Läufe, Reinigung und Pflege des Schaftes;

Jagdoptik: Ferngläser: verschiedene Bauformen, Vergrößerung, Austrittspupille, Objektivdurchmesser, Dämmerungszahl, Zielfernrohre: Vergrößerungen, Objektivdurchmesser, Parallaxe, Absehen, beleuchtete Absehen, Reinigung und Pflege der Jagdoptik,



Waffenrecht 4 Stunden

Lernziele:

Kenntnis aller einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen und Verordnungen des Waffenrechts

konkrete Inhalte:

Begriffsdefinition, Munition und Geschosse, wesentliche Bestanteile von Schusswaffen, Schalldämpfer, Erwerb, Überlassen und Führen von Waffen während der Jagd, Zuverlässigkeit im Sinn des Waffengesetzes, Anwendungsbereich und Ermächtigung zum Waffengesetz;

Kennzeichnungspflicht von Waffen durch den Hersteller bzw. Vertreiber,

Beschusspflicht, Ausnahmen von der Beschusspflicht, Beschussprüfung, Prüfzeichen für amtlichen Beschuss, Zulassung von Handfeuerwaffen, Einsteckläufe, Zulassung von Schreck-, Reiz- und Signalwaffen, Überlassen von Waffen und Munition, Zulassung von Munition, Einfuhr von Schusswaffen und Munition, Waffenbesitzkarte, Munitionserwerb, Versagung, Sachkunde, Sachkundenachweis, Bedürfnis, Bedürfnisprüfung, Erwerb erlaubnisfreier Waffen und Munition, Überlassen von Waffen und Munition;

Führen von Waffen, Waffenschein und gleichgestellte Dokumente, Europäischer Feuerwaffenpass, Verbringung von Jagdwaffen ins Ausland, Versagen des Waffenscheins, Ausweispflicht, verbotene Gegenstände, Verbot des Führens von Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen bzw. Versammlungen, Verbote für den Einzelfall, Anzeigepflicht, Schießstätten, Schießen, Straf- und Bußgeldvorschriften;



Schießen (praktische Ausbildung) 30 Stunden

Lernziele:

Sicherer Umgang mit der Waffe in geschlossenen Räumen, auf dem Schießstand, im PKW, während der Jagdausübung; Erlangung der Fertigkeit, lebendes Wild bei allen Jagdarten mit der Jagdwaffe tierschutzgerecht zu töten;