Wie wird man eigentlich Jäger?

Wie wird man eigentlich Jäger?

Der Einstieg für Jagdinteressierte

Es versteht sich von selbst, dass nicht jedermann mit der Waffe in der Hand im nächstgelegenen Wald auf die Pirsch gehen darf. Ein Jäger braucht sowohl umfassendes Grundwissen als auch praktische Erfahrungen. Um Beides sicherzustellen, erhält nur derjenige einen Jagdschein, der zuvor eine Jägerprüfung abgelegt hat.

Diese Prüfung wird auch als "Das grüne Abitur" bezeichnet. Die Inhalte werden auf zwei gesetzlichen Grundlagen zum Thema Jagdrecht geregelt. Es handelt sich zum einen um das Rahmengesetz, das dem Bundesjagdgesetz (BJG) entspricht, und zum anderen um die die Ausführung betreffenden jeweiligen Landesjagdgesetze (LJG).
Die Jägerprüfung umfasst unterschiedliche Bereiche; sie besteht aus einem schriftlichen Teil, einer Schießprüfung und einem mündlich/praktischen Prüfungsabschnitt. Zur Vorbereitung auf die Prüfung muss eine anerkannte Ausbildung von mindestens 120 Unterrichtsstunden (davon mindestens 60 als praktischer Unterricht) durchlaufen werden. Entsprechende Lehrgänge werden zum Beispiel von privaten Jagdschulen oder örtlichen Kreisjägerschaften angeboten. Sie finden meist wöchentlich über einen Zeitraum von ca. 6 Monaten statt. Informationen zu Vorbereitungslehrgängen und Prüfungsterminen sind bei den Landesjagdverbänden (LJV) erhältlich.

Im Rahmen der Schießprüfung werden auf dem Schießstand Fertigkeiten im Büchsen- und Flintenschießen geprüft. Werden die Mindestanforderungen nicht erreicht, hat der Prüfling Gelegenheit, den praktischen Teil innerhalb einer festgesetzten Frist zu wiederholen.

An theoretischem Wissen werden Kenntnisse zu folgenden Gebieten abgefragt:

Tier- und Pflanzenkunde, WildhegeLand- und Waldbau, Wildschadensverhütung und HolzverwertungWaffenrecht, Waffentechnik und SchießausbildungJagdbetrieb und Methoden, Fangjagd, Jagdhunderassen, Führung von Jagdhunden, Behandlung erlegten Wildes, hygienische Anforderungen und Beurteilung WildbretsJagd-, Tier- und Naturschutz- sowie Landschaftspflegerecht, Verwaltungsvorschriften.
Die Inhalte werden sowohl schriftlich als auch mündlich geprüft. Der konkrete Prüfungsaufbau ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der schriftliche Teil dauert in der Regel zwei Stunden und kann in Form eines Multiple-Choice-Fragebogens oder in Form von frei zu formulierenden Antworttexten erfolgen. Um den Zeitrahmen nicht zu sprengen, wird man sich bei schriftlichen und mündlichen Aufgabenstellungen auf Wesentliches konzentrieren. Bewertet wird die sachliche Qualität der Aussagen und nicht ihr Umfang.

Der mündlich/praktische Prüfungsteil kann auch als Gruppenprüfung abgelegt werden. Hier geht es inhaltlich um den sicheren Umgang mit Waffen, praktische Kenntnisse der Fangjagd sowie der Jagdhundehaltung und Hundeführung.

Abgenommen wird die Jägerprüfung an mehreren Terminen pro Jahr von einem Prüfungsausschuss. Für die Zulassung ist es vor allem wichtig, die regional unterschiedlichen Anmeldefristen zu beachten. Genaue Informationen zu Terminen und Anmeldevoraussetzungen sind bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde (z.B. Regierungsbezirk /Landratsamt) erhältlich.

In der Regel gelten für die Zulassung zur Jägerprüfung folgende Voraussetzungen:

Die Entrichtung einer Prüfungs- und Zulassungsgebühr.
Der Nachweis über die Teilnahme an mindestens 120 Lehrgangsstunden.
Davon müssen mindestens 40 praktische Unterrichtsstunden sein.

Eventuell muss dem Antragsformular auf Prüfungszulassung bereits eine Bescheinigung über eine abgeschlossene Jungjäger-Versicherung (Haftpflicht) beigefügt werden.
Nach bestandener Jägerprüfung kann man seinen Jagdschein beantragen. Dieser gilt bundesweit und wird in zwei Varianten angeboten: als Tages- oder als Jahresjagdschein. Der Tagesjagdschein ist auf vierzehn aufeinanderfolgende Tage begrenzt; der Jahresjagdschein behält seine Gültigkeit für die Dauer von max. drei Jahren. Auch hier ist zu beachten, dass der Nachweis einer ausreichenden Jagdhaftpflichtversicherung vorausgesetzt wird.